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2.4.2007
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Wolfgang Lösers

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Der Mann, der Vladimir Putin die lange Nase zeigt

... unter diesem Titel war am 9.1.2007 im Kurier eine Reportage von Margaretha Kopeing. Hr. Eberharter hat den Artikel an seinen Elektro-Auto-Verteiler, auf dem ich auch drauf bin geschickt und ich habe natürlich Hrn. Löser geschrieben und die Earthships vorgestellt, da wir ja ähnliche Ziele haben.

Hier der Artikel:

Der Mann, der Vladimir Putin die lange Nase zeigt

Reportage  Was immer die EU-Kommission in Brüssel an Energie-Konzepten vorlegt, Wolfgang Löser schüttelt nur den Kopf. Haus und Hof des Nebenerwerbsbauern aus Streitdorf im niederösterreichischen Weinviertel sind seit dem Jahr 2000 vollkommen energieautark. Dreht Russland dem Westen wieder Mal den Gashahn ab, ist ihm das egal. Den Strom liefern Windkraft und Photovoltaik, der Kraftstoff für drei schwere Traktoren und drei Pkw kommt auf Pflanzenöl und für die Wärme sorgen Hackgut und die Solaranlage am Dach.
Ich habe immer nach Unabhängigkeit gesucht, erklärt der Mechaniker-Meister. Ein Schlüssel-Erlebnis gab es für ihn in den 70er-Jahren, als er zur Tankstelle kam und es keinen Diesel mehr gab. Viele Jahre später waren es die steigenden Diesel-Preise. Das habe ich mir nicht länger gefallen lassen und habe meinen Betrieb umgestellt.

Tank oder Schnitzel Rund 60 Hektar hat sein Betrieb, auf zehn Hektar werden jetzt Sonnenblumen angebaut. Die Traktoren und Autos laufen mit kaltgepresstem Sonnenblumenöl. Meine Frau verwendet das auch für den Salat und zum Schnitzelbacken. Das Nebenprodukt der Ölgewinnung, den sogenannten Presskuchen, verkauft Löser als hochwertiges Tierfutter an Bauern. Der Kraftstoff ist bio, weil Löser auch auf Nachhaltigkeit achtet. Angebaut werden neben Sonnenblumen auch Getreide, Kartoffel und Zuckerrüben. Das der Energie-Pionier von Nachbarn gelegentlich als Spinner betrachtet wird, stört ihn nicht. Das ist mir wurscht, ich will auch niemanden bekehren. Als im Jahr 2002 in seiner Gegend Windräder aufgestellt wurden, kaufte er Anteilsscheine. Mittlerweile ist es so, dass der Betrieb von Löser mehr Strom erzeugt als er verbraucht. Der Energie-Überschuss wird als Ökostrom verkauft. Der Nebenerwerbsbauer, der bei der Straßenmeisterei in Stockerau arbeitet, fürchtet, dass politische Konflikte um Energie-Lieferungen, wie sie auch zwischen der EU und Russland bestehen, noch weiterzunehmen werden. Die mörderissche Atomenerige lehnt Löser ab. Von der Politik erwartet er sich eine Kosten deckende Vergütung für erneuerbare Energien und eine ökologische Steuerreform.

Sein Motto: Noch keine Minute hat Löser den Umstieg auf alternative Energieversorgung bereut. Engpässe bei Erdgas und Erdöl können seinen Betrieb nichts anhaben. Als Motto für sein Engagement hängt in seiner Werkstatt in Zettel mit einem Mark-Twain-Zitat: Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Das ist meine Antriebskraft.

-Margaretha Kopeing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sein Antwort-Mail möchte ich Euch nicht vorenthalten, da es wieder mal aufzeigt,

  1. was man bei entsprechender Motivation auf die Beine stellen kann
  2. was einem von oben wieder alles in den Weg gelegt wird
  3. und dass wir mit Nachhaltigkeits-Ideen nicht alleine sind

Liebe  Frau Mag. Kohlbacher-Schneider,

danke für Ihre informative und positive E-mail die ich mit Interesse gelesen habe. Es ist unglaublich mit welchen einfachen "Abfallstoffen" herrliche Wohnmöglichkeiten geschaffen werden können.

Die Philosophie, die bei diesen Projekten dahinter steht ist auch mein Leitfaden, in möglichst vielen (allen)Bereichen unabhängig und nachhaltig zu sein.

Unser Bauernhof zeigt nur ein kleines Segment der vielen Möglichkeiten einer unabhängigen und nachhaltigen Energie-und Rohstoffversorgung.
Meine/unsere Vorstellung ist ebenfalls das autarke Wohnen und Leben.

Ich wollte eine Schilfkläranalage hinter unserem Bauernhof errichten, alleine die Erfüllung der Auflagen, Gutachten hätten mehr gekostet als der Bau der gesamten Anlage.
Jetzt werden die ungeklärten Abwässer auf unseren Feldern völlig legal ausgebracht, natürlich mit allen notwendigen Auflagen und Einhaltung der Ausbringzeiten, dies wird vom Gesetzgeber anerkannt, hätte ich die Schilfkläranlage gebaut und gereinigtes Wasser als Gieß-und Nutzwasser verwendet, hätte ich enorme Schwierigkeiten gehabt.

Obwohl auf unserem Hof seit Jahrzehnten(wenn nicht sogar seit Jahrhunderten) ein eigener Hausbrunnen ist, mit ausreichender Wasserversorgung, mussten wir uns vor Jahren an die öffentliche Wasserleitung anschließen.
Da ich natürlich mit dem öffentlichen Wasser sehr sparsam umgehe, droht man mir seitens der Gemeinde mit Kontrollen und ev. Sanktionen, da unser Wasserverbrauch viel zu gering ist und nicht den Vorstellungen des Bürgermeisters entspricht  - das ist eben nachhaltig oder geschäftstüchtig?

Das waren nur zwei Bemerkungen am Rande wie die "Bevölkerung" in herkömmliches Denken noch immer verwurzelt ist und sich von dem immer Mehr, immer Größer,...usw. nicht lösen kann und nur schwer in nachhaltiges Denken kommt.

Natürlich mache ich mir auch über nachhaltiges Bauen gedanken, Sie zeigen hervorragende Möglichkeiten um unseren unwahrscheinlichen und absurden Müllbergen einer nicht begreifbaren Wegwerfgesellschaft letzendlich doch noch sinnvoll zu verwerten.

Ich sehe, wie wahrscheinlich Sie auch, in der Müllvermeidung, bzw in nachhaltigen Rohstoffkreisläufen sowie auch in nachhaltigen Baustoffen wie Holz, Naturfasern, Lehm,...im regionalen Kreislauf die Zukunft.

Bei einer Diskussion stellten wir die Frage: wie lange können die Bauern bei uns ohne Lebensmittelversorgung aus dem Supermärkten auskommen. Das Ergebnis war erschreckend, nach spätestens einigen Tagen hätten viele ihre Vorräte aufgebraucht, obwohl Landwirte Nahrungsmittel produzieren.
Dabei wurde unserer Familie bewusst, wie wir auch in diesem Bereich auf Eigenständigkeit schauen.

So werden bei uns selbst gefütterte Hühner und Schweine in allen möglichen Formen aufbewahrt bzw. Tiefgekühlt, Gemüse und Kartoffeln sind eingelagert, im schlimmsten Fall hätten wir auch genügend Getreide zur Mehlerzeugung für Brot und Backwaren zur Verfügung,  im wesentlichen hätten wir kein Problem uns langfristig zu versorgen.

Freue mich auf weiteren Kontakt mit Ihnen, den Link zu unserer Webseite können sie gerne auf Ihrer Webseite  verwenden. www.energiebauernhof.com

Mit herzlichen Grüßen aus dem frühlingshaften Weinviertel

Wolfgang Löser

"Erster energieautarker Bauernhof Österreichs"
Koordinator des Eurosolar Arbeitskreises: Energie aus der Land-und Forstwirtschaft
Untere Dorfstraße 23, A-2004 Streitdorf /NÖ
Tel: 02269 23 17, mobil: 0664 37 32 545
mail:
w.loeser@direkt.at, www.energiebauernhof.com
Dieses Mail wurde mit Strom aus Photovoltaik, Wind und Pflanzenöl-BHKW, erneuerbarer Energie, erstellt.

 

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