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Ich erlaube mir, aus Earthship - Vol. 1 zusammenfassend das Kapitel “Ein Blick auf das existierende Konzept der Bebauung/Behausung (A Look at the Existing Concept of Housing)” zu zitieren:
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Beginnend wird dort das Erlebnis eines schrecklichen Schneesturms in Cincinnati (Ohio) geschildert, während dem durch umgefallene Bäume und abgebrochene Äste die Stromversorgung an vielen Stellen derart unterbrochen wurde, dass eine große Zahl von Häusern und Geschäftsvierteln ohne Strom war. Einige Tage lang konnten Bewohner der Stadt nicht einmal Lebensmittel einkaufen, weil die Geschäfte ohne Strom nicht aufsperren konnten. Vielfach konnten sich nicht einmal Leute mit Vorräten helfen, da sie nur elektrische Dosenöffner hatten...
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Ich höre jetzt schon die Kritiker: “... so was kann vielleicht in Amerika passieren, aber bei uns doch nicht ...” - genau so wie der große Stromausfall letztes Jahr doch auch nur Italien getroffen hat, und nahezu spurlos an uns vorrüber gegengen ist. Aber egal, mir liegt nicht daran, unnötig Ängste zu schüren, sondern zurück zu Vision des earthships zu kommen:
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Jahrhunderte lang hat sich das Behausungs-Konzept nicht wirklich gewandelt, es begann mit Räumen, die uns vor den Elementen schützten. Bald verrichteten wir Tätigkeiten in diesen Häusern, die Licht, Feuer und Wasser sowie ein vernünftiges Maß an Komfort verlangten. Deshalb brachten wir Energie und Wasser in unsere Räume, zuerst manuell und später mit Hilfe von Systemen. Diese Systeme entwickelten sich vom Hereintragen von Holz für die Feuerstelle zu Kernkraftwerken, welche riesige Mengen von Strom erzeugen und die unterschiedlichsten Behausungen durch ein Netz von Kabeln über den ganzen Planeten versorgen. Die Versorgungssysteme haben sich radikal entfaltet; die Behausung aber ist noch immer eine Behausung.
Die Systeme, jetzt zentralisiert, haben so sehr an Bedeutung gewonnen, dass sie heute wichtiger sind, als die Behausung selbst. Jetzt sind wir abhängig von und verletzbar ohne diese Systeme. Wenn ein System aufgrund einer Katastrophe ausfällt (Sturm, Erdbeben,...), komme die Leute in Gemeindeeinrichtungen wie Sporthallen zusammen, die Energiesysteme haben. Existierende Behausungen sind ohne Gebrauchswert, wenn die Systeme ausfallen. Wir bauen alle möglichen Arten von Räumen aus Holz, Beton, Stahl und Glas. Wir setzen sie sogar auf Räder, aber es sind immer noch Räume, in die wir lebensspendende Versorgung pumpen müssen. Jeder kann sich leicht die Beschränkungen, die Abhängigkeit und Verletzlichkeit vorstellen, wenn man an einem lebenserhaltenden System im Krankenhaus hängt. Was wäre, wenn Du herausfindest, dass Du für den Rest Deines Lebens an einem solchen lebenserhaltenden System hängen musst? Viele Menschen würden lieber sterben, als auf diese Art und Weise zu leben. Wir leben auf diese Art und Weise.
Und wir sterben auch so. Diese Systeme geben uns einerseits Strom und andererseits Gift. Sauren Regen, radioaktiven Müll, Stromversorgungsleitungen, die sich wie Spinnennetze um die Welt spannen, verpestete Flüsse und Meere, verschwindende Fauna und Flora sind alles Teil des Preises, den wir für unsere lebenserhaltenden Systeme bezahlen, die das gängige Konzept des Wohnens funktionieren lassen.... usw. usw.
“Ist es wirklich das, was wir in Zukunft weiterhin so machen wollen?”
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Brrrr! - schon mal überlegt, was das heißt?
Nicht nur mein Auto schleudert Feinstaub! Der saubere Strom aus heimischer Wasserkraft verdrängt Tiere aus ihrem angestammten Lebensraum. Damit ich meine Wohnung warm bekomme, wird Alaska, Kasachstan, Nigeria oder wer auch immer verpestet. Damit ich diese Seite erstellen kann, werden unzählige Menschen und Tiere mit Elektrosmog belastet ...
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Die Systeme, die wir heute für unsere Art des Wohnen brauchen, sind folgende:
- Produktions- und Verteilungssysteme für elektrische Energie:
Versorgt uns mit elektrischer Energie für alles mögliche u.a. für Heizung oder Klimaanlagen. Manchmal hängt auch die elektrische Wasserpumpe für den Haushalt von diesem System ab. Nebenbei produzieren wir gefährliche Nebenprodukte und Effekte, z.B. die Verkabelung des Planeten. Der Preis für die Versorgung durch diese Systeme, in Geld ausgedrückt, wird immer höher. Diese Systeme gehören vielfach großen Firmen, deren Ziele nicht immer im Sinne der Allgemeinheit und unseres Planeten sind. Der Preis für die Versorgung durch diese Systeme, ökologisch ausgedrückt, ist der Verbrauch von Rohstoffen, die Jahrmillionen gebraucht haben, um zu entstehen und die Umweltverschmutzung, die durch die Nutzung entsteht. Es ist nicht mehr sicher, solche Systeme zu verwenden, wenn ihre Verlässlichkeit fraglich ist, wenn wir an die Zukunft denken.
- Wasserversorgungssysteme:
Zentralisierte Wasserversorgungssysteme brauchen immer auf irgend eine Weise Elektrizität, so dass auch Wasserversorgungssysteme von Stromversorgungssystemen abhängen. Zudem die fragwürdigen Reinigungs- und Aufbereitungsprozesse versorgt viele Städte mit Wasser, das untrinkbar und von Energierversorgungsnetzen abhängig ist. In ländlichen Gegenden ist gefördertes (gepumptes) Wasser fast immer abhängig von Energieversorgungssystemen und vielerorts untrinkbar wegen der Verschmutzung durch Abwässer, Rinderurin oder radioaktiven Müll.
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Whow - geht’s uns gut in Östereich! Grad mal hin und wieder ein verseuchter Brunnen in Klagenfurt...
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In Städten kommt jedes verwendete Wasser ins Abwassersystem, im ländlichen Bereichen in kleinere Kläranlagen. In sehr abgelegene Gegenden gehen die Abwässer in Sickergruben. 80 % dieses Brauchwasser könnte als Grauwasser wiederverwendet werden. In den meisten Fällen wird das nicht berücksichtigt und so bleibt uns eine riesige Menge an Abwässern, mit denen wir fertig werden müssen. Das Ergebnis ist extreme Verunreinigung des Wassers in Stadtnähe und eine Verschwendung von gutem Spülwasser in ländlichen Gegenden. Und auch viele Abwassersysteme sind wiederum abhängig von elektrischen Versorgungssystemen.
Die Gasversorgungssysteme sind die saubersten und am wenigsten zerstörerischsten Systeme des Planeten. Aber in Katastrophenzeiten versagen sie oft (Pipelines werden zerstört). Die Verteilung von solchem Gas ist potentiell gefährlich und in Notfällen unzuverlässig und wird künftig immer teurer werden. Wenn ein Haus in seiner Funktionalität komplett von der Gasversorgung abhängt, ist es genau so verletzlich, als wenn irgend ein anderes Versorgungssystem verwendet würde. Außerdem muss Gas in ländliche Gegenden transportiert werden, was eine deutliche Verletzbarkeit in Katastrophenzeiten bedeutet.
- Nahrungsversorgungssysteme:
Nahrungsversorgung wurde inzwischen genau so zu einem System wie alles andere. Das zentralisierte Nahrungsmittelversorgungssystem ist definitiv eines der Hauptversorgungssysteme für menschliches Leben auf diesem Planeten. Die existierenden Behausungen tun nichts für die Nahrungsversorgung ihrer menschlichen Bewohner. Nahrung ist ein Massenprodukt, nicht mit menschlicher Gesundheit im Hintergrund sondern mit Profit. Geld ist unglücklicherweise das Hauptmotiv für alle Systeme. Die unterschiedlichen Chemikalien, die zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion verwendet werden, haben die Qualität von Obst, Gemüse, Milchprodukten und Fleisch radikal beeinflusst. ... Die Wasserqualität weltweit beginnt den Fisch zu beeinflussen. Die Verteilung der Lebensmittel ist von Fahrzeugen abhängig, welche möglicherweise während ökonomischer, menschengemachter oder Naturkatastrophen funktionieren, oder eben auch nicht. Zudem hängt es so eng mit dem monetären System zusammen, dass es bereits aufgehört hat Nahrung zu sein. Außerdem ist es eingepackt in Plastik und Verpackungsmaterial, was ein ernstes Deponieproblem verursacht. Bäume und Tiere müssen ihre Nahrung nicht verpacken; warum sollten wir es tun? Ist es, weil wir intelligent sind?
- Materialverwendungssysteme:
Die Hauptmaterialien, die meist für den Hausbau verwendet werden, bestehen aus manchen Bestandteilen, die überdacht werden sollten.
- Zu viel Holz wird verwendet und trotzdem Holz eine erneuerbare Ressource ist, brauchen Bäume Zeit zum Wachsen.
- Viel Materialien werden zentralisiert erzeugt und müssen dann transportiert werden. Das ist ein ökonomischer und energietechnischer Faktor.
- Viele Materialien erfordern spezielle Fähigkeiten um verwendet zu werden. Das macht es ungeübten Personen unmöglich, damit zu bauen.
- Für die Produktion der Materialien ist oft viel Energie nötig und vielfach wird auch Umweltbelastung hervorgerufen
- Viele neue Materialien sind ungesund für ihre Umgebung. Leider wusste man das früher nicht, als man sie einbaute.
- Die fabrizierten Materialien tendieren dazu, die Natur des Wohnens zu diktieren. Das sollte genau umgekehrt sein.
Dieses System unterstützt offensichtlich das Wohnen, weil anderen Systeme nur durch dieses System verfügbar werden. Wenn jemand kein Geld hat, bleiben ihm die anderen Systeme verwehrt, unabhängig davon ob er sie benötigt oder nicht. Leute sind schon gestorben, weil ihre Versorgungssysteme während des Winters abgeschaltet wurden, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen konnten. Das zeigt wie abhängig wir vom heiklen und hohlen ökonomischen System sind. Wir müssen nicht nur mit der potentiellen Unverlässlichkeit der Versorgungssysteme leben, sondern werden auch mit der Unsicherheit des Systems, welches uns Zutritt zu den Versorgungssystemen verschafft, konfrontiert.
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So weit zu den Systemen, von denen unser Überleben abhängig ist. Jeder, der schon mal ans Hausbauen gedacht hat, weiß, dass man, bis man einziehen kann, locker mal 200.000,- bis 300.000,- Euro hinblättert. Wer verfügt über eine so stattliche Börse? Ich nicht! Also springen Banken in die Bresche und begründen unsere Abhängigkeit für die nächsten 25 bis 30 Jahre, während denen man die geliehene Summe doppelt und dreifach zurückzahlt.
Ein Passivhaus kostet heute von 1.500,- Euro/m2 aufwärts. Hat mein Monatseinkommen die Sozialversicherung und die Steuer passiert, dann kann ich pro Monat gerade mal EINEN m2 meines Hauses bauen. Für alle anderen Bedürfnisse des täglichen Lebens (von Bekleidung, Ernährung, Wohnen bis hin zu den Kosten der Kindererziehung) muss mein Partner aufkommen.
Gehe ich davon aus, dass ein durchschnittliche Eigenheim heute 130 m2 bis 150 m2 hat, so arbeite ich an die 150 Monate (= 12,5 Jahre) nur für mein zukünftiges Wohnen. Da ich ja nicht jedes Monat 1 m2 bauen kann, werde ich die Bank aufsuchen müssen und damit in den Genuss kommen, zwar früher in dem neuen Haus wohnen zu können, dafür aber nicht 12,5 Jahre sondern 25 bis 37,5 Jahre dafür arbeiten müssen. Ich hoffe mein Arbeitgeber liest das und benötigt mich noch, wenn ich auf die 80 zugehe.
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